
Und Harry fuhr den Wagen vor.
Aber bevor es richtig losgehen konnte, musste „Running Sushi“ erst betäubt werden. Zumindest die Hälfte davon. Der „Running“ Teil sozusagen. Da dieser Vorgang in sitzender Position vorgenommen wurde, hatte ich so die Gelegenheit, den OP genauer zu betrachten.
Mein Blick fiel auf die 2 (Arthroskopie) Stäbchen, die wie mir versichert wurde nicht „Made in China“ waren. Nachschauen durfte ich ja nicht, die sind dort nämlich sowas von penibel was Hygiene angeht. Aber sie waren zumindest nicht aus Holz. Wahrscheinlich auch aus Hygienegründen.
Und während die ganzen grünen Männchen geschäftig um mich herumwuselten, versuchte ich herauszufinden warum die eigentlich alle grün waren. Warum nicht rot, dass wäre doch viel logischer, man würde das Blut, dass ja bei einer OP unweigerlich vorhanden ist nicht so sehen. Andererseits sind Schlachthofmitarbeiter weiß gekleidet, was aber vielleicht einen ganz einfachen Grund hat. Die passen dort nicht so auf. Also mehr Blut. Und deshalb weiß. Weil weiß kann man ja auskochen. Also war ich froh, dass sie grün waren und nicht weiß. Meine Fragen wurden soweit ich mich erinnern kann nicht beantwortet, oder aber ich habe sie auf Grund des Drogenkonsums vergessen.
Während sich meine untere Hälfte schön langsam ins Nirwana vertschüsste, also jetzt nur rein gefühlsmäßig, wurde meine obere Hälfte angebunden. Wahrscheinlich zur Sicherheit, falls ich es mir anders überlege, und plötzlich davonlaufe. Man muss ja nicht alles verstehen, oder?
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, alle Fragen beantwortet waren, oder auch nicht, und alle außer mir dem Wahnsinn nahe waren, konnte die OP beginnen.
Die Stäbchen wurden unterhalb der Kniescheibe eingeführt, und über einen Bildschirm konnte ich alles mitverfolgen. Die einzelnen Meniskusteile wurden herausgezwickt, dann wurde noch die Kniescheibe glattgefräst. Alle meine Fragen wurden diesmal zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Und das war’s. Die ganze OP. Würden die da nicht so komische Vorschriften haben, wie zum Beispiel das Anbinden der Hände, konnte ich das nächste Mal glatt selbst operieren.Also wirklich reichlich unspektakulär. Wenn ich nicht mittendrin für etwas Aufregung gesorgt hätte.
Denn plötzlich schrie mein Aufpasser (der, der einem die ganze OP nicht aus den Augen lässt): „Bludruckabfall!“ Ich dachte zuerst an eines der grünen Männchen. Na ja hätte ja sein können, das einem schlecht geworden ist. Bis ich mitbekam, die meinen mich.
Ich schrie:“ Wievü?“ Und bekam auch prompt einen Antwort, wahrscheinlich war er selbst überrascht darüber.
„90 zu 55!“
„Ah“, sagte ich und legte meinen Kopf wieder beruhigt zurück,“ da braucht’s euch net aufreg’n, des is mei‘ ganz normaler Blutdruck.“ Mich hat es eher gewundert, dass er noch so hoch war, denn schließlich hatte ich eine Beruhigungstablette bekommen, und die OP war auch nicht gerade aufregend.
Was ihn aber zu folgender Feststellung veranlasste: „Sowas wia sie, kummt uns a net oft unter.“
Das konnte nun vieles bedeuten. Ich entschied mich aber, diese Frage unter der Kategorie „Fragen die ich nie beantwortet haben will“ abzulegen.
Und so unspektakulär sie begonnen hatte, so endete sie auch.
Mein Fuß wurde zur Gänze eingewickelt, und mich verfrachteten sie in den Aufwachraum. Warum jetzt Aufwachraum, wenn ich doch gar nicht aufwachen musste?
Das ist eine der Fragen gewesen, die in die Kategorie „Fragen die mit „Weil’s hoit so Vorschrift is“ gehört.
Und davon gibt es eine ganze Menge, wie ich die nächsten Tage feststellen musste.
Welche das sind, und warum Teilchen jetzt dem Wahnsinn nahe ist, davon im 3. Teil.
Vor meinem geistigen Augen sah ich dich liegen, nein besser sitzen und REDEN!
Toll geschrieben! Weiter!!!!!!!
liebe Grüße