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Freitag, 23.12.2011, 18:23

Keine Panik auf der Titanic. Wir werden das Kind schon schaukeln. Don‘t worry, be happy. Probleme sind zum Lösen da.

Diese ganzen saudummen Phrasen, die ich normalerweise von mir gebe, waren mir angesichts dessen was ich da im Freien sah, aber so was von egal. Im Schnee, auf der Hausmauer, am Fensterbrett, auf der Haustür. Sie waren überall. Tausende, und abertausende von diesen schwarzen, hüfenden, und kriechenden Dingern.

Eigentlich wäre jetzt die beste Zeit gewesen für eine kleine Panikattacke. Wegen der Beruhigungsspritze, mein ich. Aber nein, mein Körper schaltete von selbst in den Automatikmodus.

1.Gang: Ignorieren. In diesem Fall nicht möglich.
2.Gang: Registrieren
3.Gang: Reagieren
4.Gang: Telefonieren
Nur wen soll ich anrufen?

Und während ich meinem Hund zusah, der gerade den Eindruck erweckte als wolle er diese Tiere zu Tode urinieren, fiel mir der Tierarzt ein. Hätt‘ ich mir aber sparen können, den der Gute hatte keine Ahnung was das sein könnte. Noch nie gehört, noch nie gesehen, aber ich sollte mich bei ihm melden wenn ich wüsste was das ist, denn das würde ihn auch interessieren. Es sei nicht ganz sein Bereich. Er sei eher für größere Tiere zuständig. Vielleicht eher einen Biologen anrufen. Bla, bla, bla….

Natürlich einen Biologen. Warum kam ich nicht gleich selber drauf. Ach so, weil ich keinen Biologen kenne!!!! Deswegen, genau deswegen. Verdammt nochmal.

Der Förster. Natürlich der Förster! Der hat sie vielleicht schon gesehen. Diese Tiere. Vielleicht leben sie sonst im Wald, und haben diesmal die falsche Abzweigung genommen. Aber. Fehlanzeige. Der kennt sie auch nicht. Aber ich soll mich wieder melden wenn ich weiß was das ist. Und bla, und bla, und bla,…..

Kammerjäger. Genau! Der muss sie doch kennen, unsere uneingeladenen Besucher. Also Nummer rausgesucht. Weil kennen tue ich keinen. Hatte noch nie das Vergnügen.
Er hörte mir wirklich interessiert zu. Stellte Zwischenfragen. Sagte „Aha“, und „Mhm“. Um am Schluss zu der gleichen Erkenntnis wie die anderen Telefonjoker zu kommen. Keine Ahnung. Noch nie gehört. Noch nie gesehen. Wir sollten es mit einem Schädlingbekämpfungsmittel versuchen. Aha. Und woher nehmen? Nachmittags am 24. Dezember? Ich habe nämlich so was nicht zu Hause, weil mir schlicht und einfach die Schädlinge dazu bis jetzt gefehlt haben. Und außerdem Bekämpfungsmittel klingt nach Kampf. Nach Krieg. Nach Massenmord. Und das zu Weihnachten. Ganz schlecht für’s Karma.

In diesem Moment erklang die Türglocke, vor der Tür 4 Mann hoch meine Großeltern. Bepackt wie der Weihnachtsmann, und wie immer viel zu früh . Was aber vor allem an den Großmüttern lag, die alle Jahre wieder versuchten meine Küche zu entern. „Wir manans ja nur guat“. Ja eh, aber nein danke. Also schob ich die vier ins Wohnzimmer. Langsam und schonend versuchte ich sie mit der Lage vertraut zu machen, um ihnen dann unsere neuen Mitbewohner vorzustellen.

Hätt‘ ich mir aber sparen können. Das langsam und schonend.

Weil den beiden Opas war das so ziemlich egal. „Na, wischt das hoit weg“. Die eine Oma reagierte so ähnlich: „Und deswegn mochst’s so a Tratra?!“. Nur die andere Oma reagierte vorschriftsmäßig. Und weil sie nicht verstehen konnte warum das sonst niemand außer ihr tat, giftete sie in Richtung der ganz relaxten Oma: „Wahrscheinlich host dei Brille scho wieder net mit! Was zur Folge hatte, dass die relaxte Oma jetzt gar nicht mehr so relaxt schaute. Die hochgezogene linke Augenbraue war so etwas wie ein nonverbales „ATTAKE“. Und bevor sie wieder den Mund öffnen konnte versuchte ich die Lage auf gut österreichisch zu lösen. „A Schnapserl meine Damen?“ Drückte ihnen ein Stamperl in die Hand, und ließ die Flasche gleich auf dem Tisch stehen. Problem erkannt - Problem behoben.

Zumindest das Nebenproblem. Das Hauptproblem ließ sich ja nicht mit einem Schnapserl lösen. Leider.

„I glaub‘ mir haum was g’funden!“ Unsere Jungs stellten den Laptop auf den Tisch, und siehe da. Es gibt sie doch. Schade ich dachte schon wir hätten eine neue Gattung entdeckt.

„Schneeflöhe!“

Total ungefährlich, treten vor allem in Waldrandlagen auf, und sterben nach kurzer Zeit, wenn sie in geheizte Räume krabbeln, oder springen. Und ist der Schnee weg, sind auch die Flöhe wieder weg.

Ein Blick auf unser Fensterbrett bestätige das auch. Die meisten unserer Besucher haben schon das zeitliche gesegnet. Warum sie das dann trotzdem tun werden wir nie erfahren. Vielleicht Schneeflohlemminge. Statt von der Klippe, stürzen sie sich vom Fensterbrett. Jedenfalls konnte ich das nicht länger mitansehen.

Raus in die Natur, Flöhe retten. Also meine Männer gingen retten, ich ging mich und das Essen fertigmachen, und die restlichen Familienmitglieder die inzwischen eintrafen begrüßen.

Nachdem ich endlich das Bad so verließ, dass ich mich im Spiegel auch wieder erkannte, sah ich meine Großmütter den Christbaum mit Süßigkeiten behängen. Jetzt hat das natürlich einen Grund warum die Süßigkeiten bei uns nicht auf dem Baum hängen. Und dieser Grund hat einen Namen: Harley. „Mir haum’s ja nur guat g’mant“. Ja, eh scho wissen. Also Omas alles wieder retour. Apropo Harley. Mir fiel ein, dass ich ihn schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte. Und Ruhe bedeutet bei meinem Hund selten etwas Gutes.

Und das die Küchentür offenstand noch viel weniger. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich das Lied „Ein Hund kam in die Küche, und stahl dem Koch ein Ei“ schon hätte singen können. Allerdings kann man statt des Ei’s alles Essbare variabel einsetzen. Diesmal war’s der Knödel, beziehungsweise mehrere Knödel.

Ruhe bewahren, auf Automatik umschalten. Genau. Dann koch ich halt noch Kartoffeln. Aber erstmal Mutter und Schwiegermutter aus der Küche raus.“ Mir haum’s ja nur….“. Ja, i weiß eh. Guat g’mant.

Gerade als das Essen fertig war, und meine Weihnachtsstimmung wieder zu mir zurückgefunden hatte, spielte eine Abordnung unserer örtlichen Blaskapelle vor unserem Haus „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Besser konnte das Timing nicht sein.

Da hörte ich einen lauten Krach.

„BAUM FÄLLT“ schrien meine Jungs, während mein Hund mit seiner Beute das Weite suchte.

„Wenn du dei Brill’n aufghobt hätts’t, dann hätts’t a g’sehn dass do nu was obnhängt“, sagte die eine Oma zur Anderen. Was die brillenlose Oma veranlasste ihre linke Augenbraue wieder gefährlich hoch nach oben zu ziehen.

„ATTACKE“ rief mein Mann schmunzelnd, und reichte mir die Schnapsflasche.



Und hier noch das versprochene Bild:


Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes, ruhiges Weihnachtsfest.


Freitag, 16.12.2011, 10:28


Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich das geschafft, von dem ich seit Jahren träumte.

Am Morgen des 24. Dezember war alles so wie es sein sollte.

Der Baum geschmückt, die Geschenke schön darunter
drapiert, alles für die Feiertage eingekauft, das Heim weihnachtlich dekoriert, und sogar die Nachspeise für das Weihnachtsessen stand schon fertig im Kühlschrank.

Was war ich stolz auf mich.

Ich konnte lange schlafen, gemütlich mit der Familie frühstücken. Kein Stress. Kein „ich muss noch schnell…“. Nix. Nur Ruhe und genießen.

Nachdem ich die Vorbereitungen für das Weihnachtsessen für 12 Personen erledigt hatte, gönnte ich mir ein langes Bad, las ein Buch und hörte Musik. Keiner störte, keiner wollte etwas.

Weihnachtsstress? Pfff, was ist das?

Und weil ich ja noch so viel Zeit hatte, versuchte ich sogar noch meine Haare dem Rauscheengellook anzupassen. Bei der Länge der Haare und der nicht ausgereiften Technik meinerseits kein leichtes Unterfangen (und sowieso vergebene Liebesmüh, weil man nach einer Stunde nichts mehr davon sieht). Ich war gerade dabei den letzten dieser quietschbunten Dinger irgendwie an, im, oder um meine Haare zu bringen, da stieg der Lärmpegel vor meinem Paradies.

Mein erster Gedanke war. Tot stellen. Oder zumindest Koma vortäuschen. Aber weil‘s ja sowieso keiner gesehen hätte verlegte ich mich auf’s Taub stellen.

Und genau in dem Augenblick in dem ich die Wimperntusche auftrug, forderte das Rammkommando Einlass.

Fingiert taub, jetzt auch noch halb blind, im Bademantel, mit Lockenwicklern in Haar öffnete ich die Tür, und hoffte auf einen Mitleidsrandgruppenbehindertenbonus. Das Mitleid schenkte ich mir dann aber selber. Und weil eh Weihnachten war, überreichte ich mir eine riesengroße Portion davon.

„Wie schaust’n du aus? Na wurscht! Kumm amoil i muass da was zeign!“

Dieser so höflichen Aufforderung meines Jüngsten konnte ich natürlich nicht widerstehen, und ich folgte ihm ins Wohnzimmer.

„So kann ma jetzt aner sogn was los…….OHHHH, Scheibenkleister, was is’n des???????

„Ja mein Schatz schaut aus, als hätt‘ ma a paar Asylwerber!“

„Herbergssuchende. Passend zur Weihnacht“, vernahm ich von meinem Erstgeborenen.

Ich bin ja selten sprachlos. Aber was ich hier sah, ließ mich verstummen. Ich war nicht nur sprachlos, sondern auch ratlos. Ich hatte so was noch nie gesehen. Keine Ahnung mit was ich es hier zu tun hatte. Gänsehaut lief über meinen Rücken. Horror, purer Horror.

Jetzt bin ich ja ein wirklich tierlieber Mensch. Und da wir am Waldrand wohnen auch einiges gewöhnt. Hirsche, Rehe, Hasen, Igel, Mäuse, Schlangen, Spinnen, und sonstiges Krabbelgetier. Und sollte sich mal eines der Krabbeltiere in unser Heim verirren wird es von mir behutsam entfernt, nicht getötet. Aber das sind immer nur einzelne Tiere. Das was ich hier am Fenster sah war eine Invasion. Und die krabbelten nicht nur, die sprangen auch. Die meisten zwar außen, aber ein paar hatten den Weg nach dem letzten Lüften auch ins Innere geschafft.

„Was ist das? Was machen wir jetzt? Wen rufen wir an? In zwei Stunden kommt die Familie, und ich glaube nicht, dass die davon begeistert sein werden. Gibt es eine Hotline für „Bitte ich weiß nicht was das ist, aber helfen sie mir?!“ Cobra, Bundesheer, Jagdkommando, Katastrophenschutz?“ In meinem Hirn ratterte es.

In diesem Moment läutete das Telefon. „Sag mal i hab do grad was ganz was komisches entdeckt. Lauter so klane schwarze Viecher, und de springen. Und de san überall. Rund um’s Haus. Im Schnee, auf der Hausmauer, am Fenster, sogar am Fensterbrett im Haus hob is scho!!“

Nach mehreren Telefonaten stand fest, die ganze Nachbarschaft war übersät mit diesen Dingern.

Ja, und was haben wir jetzt gemacht, und noch viel wichtiger, was waren das für Tiere?

Die Auflösung gibt’s im nächsten Teil. Und das dazugehörige Bild dann auch.

Nur soviel kann ich jetzt schon verraten. Stressfreie Weihnachten konnte ich mir wieder mal abschminken.


Dienstag, 06.12.2011, 19:08
Die Waschmaschine gurgelt, der Geschirrspüler dreht seine Runden, das Essen schmort im Rohr, die Böden sind gewischt, die Kästen vom Staub befreit, die Wäsche gebügelt, der Mist entsorgt.

Und ich? Gut in der Zeit.

Morgens halb 10 in Österreich. Und was macht Frau dann?

Sie nimmt sich des verstopften Abflusses im Bad an. Denn auch ein Heimwerkerking hat schließlich seine Ruhezeiten. Und mit so kleinen Dingen wollen wir ihn gar nicht erst belasten. Und die „Schuld bist ja sowieso du, weil……“ Sager wollen wir uns auch ersparen. Und die gemurmelten oder auch nicht gemurmelten Sprüche bei einer ungeliebten Arbeit sowie. Und außerdem bin ich ja ein Profi im Zerlegen von Dingen. Und so schwer kann das ja nicht sein.

Mit pinkfarben behandschuhten Händen nähere ich mich dem Rohr, knie nieder, schraube, zerlege, putze, und denke mir, übrigens nicht zum ersten Mal, warum alle Gummihandschuhe pinkfarben oder gelb sind, wo doch schlammfarben eindeutig die bessere Farbe wäre. Ist das vielleicht so, damit man den Dreck besser sieht? So nach dem Motto: Kennst du deinen Gegner kannst du dich besser wehren? Also gut, ich sah ihn, und ich bekämpfe ihn.

Mitten in der ersten Runde vernahm ich ein laut gebrülltes: „MAMA!!!???!!!“

Der Ruf klang dermaßen verzweifelt, dass ein Nichtfamilienmitglied annehmen würde, die Titanic wäre soeben im Begriff ein zweites Mal zu sinken, oder die Apollo befindet sich gerade wieder in massiven Schwierigkeiten, oder noch schlimmer, die Apollo ist auf die Titanic gestürzt, und dem Hilferufenden stünde das Wasser schon bis zum Hals. Also so richtig nach: „Houston wir haben ein Problem!“

Da ich aber ein Familienmitglied bin, die Titanic die Weltmeere nicht mehr befährt, die Apollo nicht mehr im Weltall herumgurkt, und kein Wasser von der Decke tropft, stelle ich mich taub.

Auf zur Runde zwei.

„MAMA !!!???!!!“ Mit der gleichen Lautstärke wie vorhin, nur das er jetzt direkt neben mir stand, forderte mein Erstgeborener mein Ohr.

„Wieso hast’n du Gummihandschuhe an?“

„Damit i kane Fingerabdrücke hinterlass‘“, antwortete ich leicht gereizt.

Natürlich kam er nicht um mich das zu fragen. Er wollte lediglich eine Auskunft wo sein weißes T-Shirt ist. Und mit den genauen Koordinatenangaben verließ er das Bad wieder.

Auf zur Runde drei.

„MAMA!!!???“

Gleich schlimm verzweifelter Hilferuf, nur anderer Klient.

„MAMA!!!???!!! Wieso kniest’n du da?“

„Weil mir leider noch keiner eine Montagegrube gebaut hat, damit ich stehen kann“, gab ich ihm, nicht mehr nur leicht gereizt, zur Antwort.

Die genauen Koordinatenangaben zu seinem Schlüssel hätte er wahrscheinlich noch in einem Kilometer Entfernung vernehmen können.

Auf zur Runde vier.

„SCHATZ!!!???!!!“

Ja, eh scho wissen. Gleicher verzweifelter Hilferuf, anderer Klient.

„SCHATZ!!!???!!! Is leicht des Rohr verstopft?“

„Na, des mach i nur, damit’s z’Weihnachten auch innen glänzt“. Grrrr….

Eigentlich wollte er aber eh nur wissen wo seine Brille ist.

Und die Suchmaschine spuckte natürlich auch hier die korrekte Antwort aus.

Bitte, bei meinen Fähigkeiten können der Microsanfte und das angebissene Äpfelchen einpacken.

Kabellos; wieder aufladbar; nicht viele mögliche Antworten, sondern DIE eine richtige; keine Tasteneingabe, kein Touchscreen, sondern Sprachsteuerung; automatische Updates; immer einsatzbereit.

Darf ich mich vorstellen. Mein Name ist Google. Frau Google. Und ich mag’s weder gerührt noch geschüttelt.

Und zu meinem Netzwerk gehören: iWash, iCook, iClean,…

MAMA!!!???!!! Kannst du mir das T-Shirt schnell bügeln?

Ach, ich vergaß, das iRon hab ich natürlich auch im Netzwerk integriert.

Und wenn ich mir dieses Ding so ansehe. Hm…, man könnte es durchaus auch anderwärtig verwenden.

Die Gummihandschuhe hätte ich ja schon mal an. Wegen den Fingerabdrücken, mein ich.

Dampf ab!!! Aber schnell, bitte!!!


Sonntag, 20.11.2011, 20:22
Also wenn ich wollen würde, ich könnt‘ sofort den Job wechseln. Mit meinen Erfahrungswerten würden die mich sofort nehmen.

Beim Bundesheer. Darum also können, und nicht wollen.

Befehle erteilen. Nein, Befehle schreien, und keine, oder zumindest nicht die gewünschte Reaktion, zu erhalten, und dabei nicht zu verzweifeln.

Also ich finde das ist eine Gabe. Ein Talent.

Oder einfach nur Resignation. Mittlerweile.

Was auch immer.

Seit vielen Jahren versuche ich nun schon, ihm die grundlegenden Dinge beizubringen. Nicht das er nicht verstehen würde. Oh, nein. Er ist intelligent. Was die Sache aber eher erschwert.

Ich sag ja, es is wie beim Bundesheer.

Natürlich haben wir uns in der Anfangszeit Hilfe besorgt. Vom Profi. Gruppentherapie sozusagen. Mit Erfolgsgarantie.

Da kannten sie aber meinen befehlsresistenten Individualisten noch nicht.

Damit aber nicht genug. Mein Augenstern ist scheinbar die verhunzte Reinkarnation des großen Houdini. Er befreit sich zwar nicht selbst, dafür aber alles Essbare(bzw. alles nur annähernd Essbare) von allen möglichen und unmöglichen Orten.

Um Meister Houdini auch immer in Form zu halten, ist meine Aufgabe als Assistentin, dafür zu sorgen, dass all diese Dinge versteckt und unerreichbar sind.

Der Schwierigkeitsgrad wurde natürlich kontinuierlich erhöht, um etwas Abwechslung in den täglichen Trainingsalltag zu bringen. Die Formkurve ging steil nach oben, und heute wurde die Höchstform erreicht.

Trotz scheinbar unüberwindbarer Hindernisse, hat er Schnapspralinen befreit.

Zweimal.

Und gegessen.

Auch zweimal. No, na.

Dem kurzen Hoch folgt ein langes Tief. Das sogenannte „Attraktief“.

Ja, wie man halt aussieht wenn man seinen Rausch ausschläft.
Nicht attraktiv sondern „attraktief“.

Und ich werde in der Zwischenzeit die Anonymen Alkoholiker anrufen. Dringend!!!

Er ist doch noch nicht mal 12 Jahre. Und jetzt schon ein Komasäufer äh.. Komafresser.

Hm, aber nehmen die eigentlich auch Hunde ?





Freitag, 30.09.2011, 09:18
Nein, es ist kein Tippfehler. Und ja, es klingt komisch. Is aber so.

Kaum scharrt der Herbst in den Startlöchern, scharrt mein Mann mit.

Sämtliche Um-, Zu-, Neu, Weg-, Her-, Hinbauten und Renovierungen werden in unserer Familie im Herbst erledigt.

Warum das nicht im Mai passiert, wo es doch extra so einen schönen Spruch dafür gibt, habe ich trotz jahrelangen intensiven Studien mit der Materie noch nicht herausgefunden.

Einmal befragte ich den Heimwerkerking, warum gerade immer im Herbst? Und bekam die erstaunlich logische Antwort:“ Warum net!“

Und so geben wir uns solidarisch mit der Natur.

Fängt draußen das Laub zu fallen an, fallen bei uns die Fliesen oder Tapeten von den Wänden, oder die Kästen bei unserem Ab-oder Aufbau zusammen.

Fängt draußen an Nebel aufzuziehen, zieht auch bei uns der Mörtelstaub oder der alte Putz von den Wänden in Nebelschwaden durch die Wohnung.

Fängt draußen der Regen zu tropfen an, tropft bei uns die neue Farbe von der Decke, natürlich nur auf gerade die Stellen des Bodens die nicht abgedeckt sind.

Fängt es draußen an rutschig zu werden, rutscht man auch bei uns ständig auf irgendwelchen Abdeckfolien durch die Gegend.

And last but not least. Fängt es draußen zu schneien an, dann ist auch bei uns alles unter einer dicken Schicht versteckt. Wahlweise Abdeckfolien oder Staub, und keines von beiden finde ich recht erbaulich.

Und weil ja solche Dinge nicht spurlos vorübergehen hat sich selbst mein Gemütszustand mittlerweile an den Herbst angepasst.

Morgens bin ich etwas kühl und leicht umnebelt, was aber auch an den Farben und Lacken liegen kann.

Mittags bin ich schon nah am Wasser gebaut, weil ich nichts aber auch wirklich gar nichts mehr in diesem Chaos finde.

Abends mit der untergehenden Sonne schwinden auch meine Kräfte.

Während alle Lichter ausgehen , ich mich müde und uralt fühle, geht mir eins auf. Der Begriff „Altweibersommer“ muss von einer Frau erfunden worden sein. Von einer Frau die mit einem ebensolchen „I do it my way“, „Yabbah yeh yeh, yippie, yippie, yeh“, „Es gibt immer was zu tun“, Herbstheimwerkerking gesegnet ist.

Obwohl, wenn ich die leisen Schnarchgeräusche richtig deute, könnte er durchaus auch „Altmännersommer“ heißen.

Aber das ist eine andere Geschichte.


Samstag, 18.06.2011, 15:03
Campen in der Vorsaison ist einfach toll.

Menschen am Anfang Ihrer Laufbahn als Eltern teilen sich den Platz mit jenen die schon etliche Runden hinter sich haben und eine Pause brauchen, sowie mit jenen die schon frei jeder Verpflichtung nur mehr dann die Laufbahn betreten wenn Not am Mann ist.

Die Leute sind freundlich, jeder grüßt jeden, und ab uns zu verweilt man beim Nachbarn auf ein Tratscherl.
Am Abend leuchten vor den Wohnwägen die Kerzen, eine Flasche Wein steht auf dem Tisch, und die Nachtschwärmer sitzen zusammen, und plaudern. Es herrscht eine fast himmlische Ruhe, die sich scheinbar bis ins Tierreich durchgesprochen hat. Sogar die Gelsen surren in der Vorsaison leiser. (Ich schwör’s, ich hab‘ nämlich keine gehört, und trotzdem juckt’s mich gewaltig.)
Lange Rede, kurzer Sinn. Vorsaisoncamper sind ruhige Genossen.

Alle?

Nein, natürlich nicht alle.

Wir befinden uns im Jahre 2011 n.Chr. zur Pfingstferienzeit. Ganz Italien ist von Deutschen besetzt. Ganz Italien? Nein, ein kleiner von verschiedenen Nationen bevölkerter Campingplatz hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Das Leben ist hier nicht leicht für die deutschen Legionäre.

Jeden Abend wenn sich die Eindringlinge zusammengerottet haben, feierten, tranken, schrieen, und vorzugsweise zwischen 2 und 3 Uhr lauthals zu singen angefangen haben, begannen die Wortgefechte, die fast eine Woche andauerten.

Fast hätte ich mich schon damit abgefunden, dass die Deutschen wie immer als Sieger vom Platz gehen, da geschah das Unglaubliche.

Als laut, falsch, und mit inbrünstiger Begeisterung das Lied: "Warum ist es am Rhein so schön…“ angestimmt wurde, riss unser Nachbar die Tür auf, und schrie:“Weil’s ihr A….l…. olle do sad’s!“

Mit diesem Satz widerlegte er einen Lieblingssager vieler Eltern. Der Ton macht nämlich nicht die Musik. Er macht sie aus.

Und auch wenn nicht Österreich allein gegen die Deutschen gespielt hatte.

Cordoba ist in Italien. Ole. Ole, Ole…….


Montag, 22.02.2010, 10:19

Letzter Akt. Letzte Szene.
Teilchen betritt die Bühne und sagt:

Es war mir eine Freude hier in diesem Theater aufzutreten. Doch jetzt ist es Zeit ein neues Engagement anzunehmen.

Ich werde mich nun auf eine Reise begeben. Eine Reise, die nur in meinem Kopf stattfindet. Von der ich nicht weiß wohin sie mich führt, und wie lange sie dauert. Die ein Sprung ins kalte Wasser sein wird, aber wie sagte schon Hr. Heller „Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf dann sind sie nirgendwo“.

Ich werde natürlich ab und zu hierher zurückkommen, allerdings nur mehr als Zuhörer (naja eigentlich ja als Zuleser). Ich werde 1. Reihe fußfrei sitzen, und mit euch lachen, weinen, staunen, mitfühlen, mich ärgern, und manchmal auch zornig sein. Nur die Bühne werde ich hier nicht mehr betreten.

All jenen, denen meine Geschichten gefallen haben, und die mir das auch geschrieben haben, bin ich zu innigstem Dank verpflichtet. Ihr habt mir die Kraft und vor allem das Selbstbewusstsein gegeben, diese Reise überhaupt anzutreten.

Aber auch dem Woman Team gebührt mein Dank. Ohne euch gäb’s ja diesen Blog gar nicht.

Mit einem lachendem und einem weinenden Auge sage ich: „ Es war mir ein Volksfest. Danke. Und Tschüß.“

Teilchen verlässt die Bühne.
Der Vorhang fällt.


Mittwoch, 17.02.2010, 12:04

Da lag ich also nun frisch und munter im Aufwachraum,(„Weil’s hoit so Vorschrift is‘“ wir erinnern uns) und wartete, auf,… ja auf was eigentlich.

Ich mein‘, nicht das ich jetzt einen anderen Termin gehabt hätte. Aber ich lieg ungern rum, wenn ich nicht weiß wieso. Und schon gar nicht mit leerem Magen.

Die Zeiger der Uhr drehten sich langsam, aber unerbittlich auf High Noon, und mittlerweile verspürte ich den unwiderstehlichen Drang mich zu duellieren. Ohne Colt. Versteht sich. Nur mit den Waffen einer Frau. Also mit Köpfchen und Mundwerk.

Also fragte ich den Pfleger, wie lange das denn hier noch dauern würde, und ob ich irgendwas dazu beitragen könnte um es zu beschleunigen.

Die überaus knappe und nicht sehr freundliche Antwort:“So lang’s eb’n dauert“, und „ Na“!
„So lange WAS dauert?“ fragte ich, mich dem Tonfall meines Gegenübers anpassend.
„Bis ihnare Fiass wieder g’spiern“, schrie er vom Dienstzimmer rein, und biss genüsslich in ein Schinkenbrot.
Das war zuviel für mich. Nein, nicht der Tonfall. Das Schinkenbrot. Mein Magen gab mir unmissverständliche Zeichen, dass es Zeit wurde.

Und deshalb ließ ich ein Wunder geschehen. Ich spürte meine Füße plötzlich. Nicht zur Gänze, aber davon hat er ja auch nichts gesagt. Oder?

Also schrie ich: Wos sog’ns des net glei!

Er kam, sah, und ich siegte.

Ich fühlte mich zwar noch immer wie die zersägte Jungfrau, aber immerhin wartete im Zimmer schon das Essen. Nach dem Seehecht hatte ich schon das Gefühl eine Meerjungfrau zu sein. Nicht das ich in diesem Zustand hätte schwimmen können, aber das Gehen mit dem noch halbtauben Unterleib wäre mir vermutlich ebenso schwer gefallen.

Rechtzeitig zur Besuchszeit am Nachmittag traf jedoch auch mein Unterleib wieder ein und ich konnte aufstehen. Leichtfüssig wie eine Gazelle wollte ich mich aus dem Bett schwingen. Halbseitig gelang es mir auch, nur die linke Seite erinnerte eher an ein Nilpferd, das sich gerade träge im Schlamm wälzt. Aber der Gedanke an eine Zigarette und ein WC, ja in dieser Reihenfolge, gab mir ungeahnte Kräfte.
So schleppte ich mich den ganzen Nachmittag durch die Gegend. Der Umfang meines Beines kam mir zwar komisch vor. Aber, so dachte ich mir, wird halt das ganze Verbandszeug sein. Was denn auch sonst.

Die Nacht war nicht wirklich erholsam, aber Schmerzmittel, nein Schmerzmittel braucht Teilchen nicht. Weil nach einer OP hat man eben Schmerzen. Aus Basta. Da braucht man nicht zu jammern.

Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen. Nach der Morgenvisite sollte es nach Hause gehen.

Die Krankenschwester wickelte den Fuß aus, der Doc sagte: „ Also Fr. Teilchen, heute geht’s nach…“ und in diesem Moment erblickte er meinen Fuß.

Oh, was is denn mit dem Fuaßerl, der schaut aba gor net guat aus“ war dann das nächste was er sagte.

„Fuaßerl???? Bitte des is ka Fuaßerl, des is net amoil a Fuaß“, hörte ich mich im Schock sagen. Das wäre jetzt das gleiche als würde ich zu einem Grizzlybären den ich zufällig in Kanada treffe sagen „Servus Pezibär."

Warum, wieso, weshalb, wann, wer, wie, wo? Alle Fragen hab ich gestellt. Und jetzt ratet mal in welche Kategorie wir all diese Fragen einordnen können. Hauptkategorie: Fragen auf die man keine Antwort bekommt. Unterkategorie: Umsonst

„Sieh’s positiv“, sagte mein Ältester,“ dafür hast kane Dellen mehr. Alles prall.“ Er hatte wirklich Glück, dass ich diese schwere Waffe, mit der ich momentan ausgestattet war, nicht bedienen konnte. Ich hatte nämlich Aufstehverbot.

10 Tage lang! Und es half…, nix. Gar nix, um genau zu sein.

Außer das ich auf dem besten Weg war meinen restlichen Körper, umfangmäßig an meinen linken Fuß anzupassen. Fernsehen, lesen, telefonieren und schlafen sind nicht gerade Tätigkeiten die viel Kalorien verbrauchen. Und essen ist da erfahrungsgemäß erst recht kontraproduktiv.

Der letzte Ausweg war jetzt nur mehr eine Punktion. Von diesem Ergebnis war ich dann so angetan, dass ich den Arzt fragte, ob man denn das nicht an anderen Körperstellen auch……

Die Frage, fiel jetzt leider in die Kategorie: Fragen auf die man eine blöde Antwort bekommt. Unterkategorie: „Leider nein!“


Dienstag, 09.02.2010, 09:03


Und Harry fuhr den Wagen vor.

Aber bevor es richtig losgehen konnte, musste „Running Sushi“ erst betäubt werden. Zumindest die Hälfte davon. Der „Running“ Teil sozusagen. Da dieser Vorgang in sitzender Position vorgenommen wurde, hatte ich so die Gelegenheit, den OP genauer zu betrachten.

Mein Blick fiel auf die 2 (Arthroskopie) Stäbchen, die wie mir versichert wurde nicht „Made in China“ waren. Nachschauen durfte ich ja nicht, die sind dort nämlich sowas von penibel was Hygiene angeht. Aber sie waren zumindest nicht aus Holz. Wahrscheinlich auch aus Hygienegründen.

Und während die ganzen grünen Männchen geschäftig um mich herumwuselten, versuchte ich herauszufinden warum die eigentlich alle grün waren. Warum nicht rot, dass wäre doch viel logischer, man würde das Blut, dass ja bei einer OP unweigerlich vorhanden ist nicht so sehen. Andererseits sind Schlachthofmitarbeiter weiß gekleidet, was aber vielleicht einen ganz einfachen Grund hat. Die passen dort nicht so auf. Also mehr Blut. Und deshalb weiß. Weil weiß kann man ja auskochen. Also war ich froh, dass sie grün waren und nicht weiß. Meine Fragen wurden soweit ich mich erinnern kann nicht beantwortet, oder aber ich habe sie auf Grund des Drogenkonsums vergessen.

Während sich meine untere Hälfte schön langsam ins Nirwana vertschüsste, also jetzt nur rein gefühlsmäßig, wurde meine obere Hälfte angebunden. Wahrscheinlich zur Sicherheit, falls ich es mir anders überlege, und plötzlich davonlaufe. Man muss ja nicht alles verstehen, oder?

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, alle Fragen beantwortet waren, oder auch nicht, und alle außer mir dem Wahnsinn nahe waren, konnte die OP beginnen.

Die Stäbchen wurden unterhalb der Kniescheibe eingeführt, und über einen Bildschirm konnte ich alles mitverfolgen. Die einzelnen Meniskusteile wurden herausgezwickt, dann wurde noch die Kniescheibe glattgefräst. Alle meine Fragen wurden diesmal zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Und das war’s. Die ganze OP. Würden die da nicht so komische Vorschriften haben, wie zum Beispiel das Anbinden der Hände, konnte ich das nächste Mal glatt selbst operieren.Also wirklich reichlich unspektakulär. Wenn ich nicht mittendrin für etwas Aufregung gesorgt hätte.

Denn plötzlich schrie mein Aufpasser (der, der einem die ganze OP nicht aus den Augen lässt): „Bludruckabfall!“ Ich dachte zuerst an eines der grünen Männchen. Na ja hätte ja sein können, das einem schlecht geworden ist. Bis ich mitbekam, die meinen mich.

Ich schrie:“ Wievü?“ Und bekam auch prompt einen Antwort, wahrscheinlich war er selbst überrascht darüber.

„90 zu 55!“


„Ah“, sagte ich und legte meinen Kopf wieder beruhigt zurück,“ da braucht’s euch net aufreg’n, des is mei‘ ganz normaler Blutdruck.“ Mich hat es eher gewundert, dass er noch so hoch war, denn schließlich hatte ich eine Beruhigungstablette bekommen, und die OP war auch nicht gerade aufregend.

Was ihn aber zu folgender Feststellung veranlasste: „Sowas wia sie, kummt uns a net oft unter.“

Das konnte nun vieles bedeuten. Ich entschied mich aber, diese Frage unter der Kategorie „Fragen die ich nie beantwortet haben will“ abzulegen.

Und so unspektakulär sie begonnen hatte, so endete sie auch.
Mein Fuß wurde zur Gänze eingewickelt, und mich verfrachteten sie in den Aufwachraum. Warum jetzt Aufwachraum, wenn ich doch gar nicht aufwachen musste?

Das ist eine der Fragen gewesen, die in die Kategorie „Fragen die mit „Weil’s hoit so Vorschrift is“ gehört.

Und davon gibt es eine ganze Menge, wie ich die nächsten Tage feststellen musste.

Welche das sind, und warum Teilchen jetzt dem Wahnsinn nahe ist, davon im 3. Teil.


Mittwoch, 27.01.2010, 11:56

Sprung. Krach. Schmerz.
Viel Schmerz!

Ich behaupte hier jetzt mal einfach, dass mein Mann genau wusste wie er mich zu behandeln hatte. Denn die Äußerung „ I hob’s da jo glei‘ g’sagt!“ wäre im Normalfall ja ungefähr genau so hilfreich gewesen wie ein Taschentuch bei einer Überschwemmung. Doch Zorn verdrängt den Schmerz wunderbar, wenn auch nur für kurze Zeit.

Schock aber auch. Ein Blick auf meine Knie , das scheinbar gerade in anderen Umständen war, hätte auch genügt.
Nicht das meine Beine je Modelmaße hatten, oh nein da sind schon im Normalzustand Welten dazwischen. Jetzt allerdings sah es so aus, als würde sich in diesem Moment ein neues Sonnensystem rund um mein Knie bilden. Kein recht erbaulicher Anblick.

„Des schaut oba gor net guat aus“, stellte meine Familie trocken fest, während ich überlegte, ob man mein Bein nicht wenigsten als Mordwaffe nutzen könnte.

In etwa die gleichen Worte, benutze der Überbringer der schlechten Nachricht, nachdem er sich die Bilder der MR- Untersuchung angesehen hatte. Mein Meniskus hatte die Ablaufzeit überschritten, und sich in 3 Teile aufgelöst. Ein Teil pro überwundenen Höhenmeter. Ja, das ergibt durchaus Sinn.
Die OP lehnte ich dankend ab. Zuerst wollte ich eine zweite Meinung.

Also Anruf beim Sportmediziner meines Vertrauens, der schon meine Jungs unterm Messer hatte.
Die Diagnose wurde leider bestätigt, um eine OP würde ich also nicht herumkommen.
Da er auch meinen Sonderwunsch akzeptierte, wenn auch sehr erstaunt, bekam er den Zuschlag.

„Du willst was!?! Zuschauen? Sag amaoi geht’s dir nu gut?“ Na ja, ich würde sagen , meine Familie war nicht sehr begeistert von meinem Wunsch. Aber wenn ich schon einmal die Chance habe bei einer OP beizuwohnen, dann möchte ich auch was davon haben.

Am Vorabend der OP bezog ich mein Zimmer, die letzten Untersuchungen wurden gemacht, die OP nochmal erklärt, und mein Knie, das sowieso noch nie ein Haar gesehen hat, wurde rasiert. Vorsorglich wahrscheinlich. Könnten ja über Nacht noch ein paar wachsen. Ich schaute fern, genoss ein hervorragendes Essen, uns schlief wie ein Murmeltier. Genau bis 6 Uhr. Dann wurde ich geweckt.

Fiebermessen, duschen, OP-Kleidung anziehen, und dann bekam ich die Beruhigungstablette verpasst. Obwohl ich gar nicht aufgeregt war. Das war ich erst nach der Diskussion über den Sinn einer Beruhigungstablette für sowie nicht aufgeregte Patienten. Na ja, jetzt erfüllte sie wenigsten ihren Zweck. Und die Schwester passte sogar auf, ob ich sie wirklich schlucke.

Und wie ich sie geschluckt habe! Hätte mir vorher wer gesagt was die auslöst, hätte ich sie ja von selbst verlangt. Mein Gott war ich gut drauf. Auf der Fahrt mit dem Bett zum OP kam ich mir vor wie Schumacher, was aber auch an meinem Pfleger lag. Der war nämlich auch gut drauf. Vielleicht hatte er die gleiche Tablette….. Auf meine Frage hin, verneinte er aber.
Dann wurde ich aus meinem Bett auf ein grünes Förderband gehoben, welches mich langsam zur OP Tisch beförderte. Aus Schumi wurde Sushi. „Running Sushi“. Ich fand diese Wandlung so witzig, dass ich das gleich dem gesamten OP Team mitteilte. Und weil ich von allen nur die Augen sehen konnte, und sofort an den Vorspann der Krimiserie „Tatort“ dachte, tat ich es mit folgenden Worten:“ Einmal Running Sushi für das Tatort-Team.“

Außerdem dachte ich mir, ich spiele besser ein Sushi als eine Leiche, womit ja in der Regel eine Tatortfolge beginnt.

Mein Operateur grinste und bewies Spontanität als er zum Pfleger sagte: „ Na, dann. Harry fahr den Wagen vor.“

Alle weiteren Ermittlungserfolge, ähm Erzählungen gibt’s dann in Teil 2.