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Freitag, 25.03.2016, 11:54
Noch vor ein paar Wochen, hab ich darüber gelacht und gemeint, mich erwischt sie nicht.

Und nun hat sie an meine Tür geklopft. Na was heißt geklopft, mit dem Rammbock ist sie dagegengeknallt. Und ich war chancenlos.

Da stand sie nun vor mir, lächelte fies, und sagte: " Hallo, du brauchst keine Angst zu haben, ich bin die neue Power der Lebensmitte. Ich werde nun einige Zeit an deiner Seite sein."

Wer mag schon ungebetene Gäste, und vor allem welche, die Vorhaben länger zu bleiben, und dein ganzes Leben auf den Kopf stellen.

Und schon gar nicht wenn sie inkognito unterwegs sind. Denn der wahre Name meines Gastes war:

MIDLIFE-CRISIS


Die neue Power der Lebensmitte, stellte sich als neue Power der Leibesmitte heraus. Oder wie es meine Freundin so treffend formulierte:" Um de fünfzig, schau ma fast olle so aus, als hätt`ma a tote Katz` um de Mitte."

Und als wären zusätzlich Cellulitis und schlabbernde Oberarme nicht schon genug, stellte ich fest, das mein Gesicht vor hatte sich wie flüssiges Wachs zu benehmen. Um es in der Sprache der Kosmetikindustrie zu formulieren. Ich verlor meine Konturen.
Und nun auch meine Contenance.


Meine eigentlich durch und durch pazifistische Seele wollte Krieg. Mit der Lizenz zum Töten.
Wer wäre hier besser geeignet als James Bond.
Ich verwandelte mich also kurzerhand in das weibliche Pendant von 007, nur mit den Waffen einer Frau.

Köpfchen und Cremchen.

Unterwegs im Auftrag ihrer Majestät, begab ich mich auf Einkaufstour, und kehrte mit diversen Ölen und anderen Naturprodukten zurück, die gerührt oder geschüttelt, mein Quantum Trost werden sollten.

Nach wochenlangem schmieren und massieren, sagte mir mein Spiegelbild nach dem Aufstehen:
" Es hat nix g`nutz. Der Morgen stirbt nie."

Jetzt war das Köpfchen gefragt.

Ich stellte mich in James-Bond-Manier vor meinen Ganzkörperspiegel, schaltete das Licht in diesem Raum aus, und im Nebenraum ein. So sah ich nur die Umrisse meines Körpers.

Und soll ich euch was sagen, der schaut gut aus.

Keine Cellulitis, keine schlaffen Oberarme, nicht mal meine verlorenen Gesichtskonturen fand ich.

In der praktischen Umsetzung für die Sommer, bzw. Badezeit arbeite ich noch.

Aber wie man in diesem Video sehen kann, haben auch Männer ihre Probleme.
Wenn auch andere.

LG Fr. Bond


Mittwoch, 08.07.2015, 08:04

Würde man jetzt Süd - und Mittelitalien mit einem Hotel vergleichen, dann kämen die über die 2 Sterne Kategorie nicht hinaus.

Gut der etwas kühle Empfang in Sizilien war jetzt nicht ihre Schuld, aber auch die übrigen Leistungen waren jetzt nicht gerade berauschend.
Irgendwie ist dort alles weniger, kleiner, oder gar nicht vorhanden.
Selbst der Strom war weniger, und nach einmaligem Gebrauch unserer Kaffeemaschine gar nicht mehr vorhanden.
Liegt wahrscheinlich daran, dass Italien unten schmäler wird, und nicht mehr soviel Strom durchgeht;-).

Diese Engstelle hat aber anscheinend keinen Einfluss auf die Einwohnerzahl. Wohl aber auf die Größe derselben, was sie allerdings mit doppelter Lautstärke wieder ausgleichen.


Eine der wenigen Pluspunkte sind ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Aber genau diese zwei Eigenschaften können auch zu peinlichen Situationen führen, zumindest wenn man feuchtes Klopapier kaufen will.
Der Inhaber des Campingplatzmarktes, war ein Prototyp des oben beschriebenen Süditalieners. Klein, laut, freundlich und vor allem sehr, sehr hilfsbereit. Und rein optisch gesegnet mit dem Aussehen Einsteins. Dieser italienische Einstein rief nun, als er sah, dass ich etwas ratlos vor den diversen Artikeln stand, quer durch den gut besuchten Supermarkt:" Allora Signora, was suchen!!!?"
Nun gut, man kann mich jetzt etwas zimperlich nennen, aber mein Ansinnen  zurückbrüllen wollte ich auch nicht, weshalb ich ihm zu verstehen gab, dass ich sehr gut alleine zurechtkäme. Nun so schnell lässt sich ein echter Süditaliener aber nicht abschütteln. Den Oberkörper leicht vorgebeugt, die Brille auf der Nasenspitze, kam er mit wehendem schlohweißem Haar, und einem Lächeln im Gesicht, auf mich zugeeilt um mich mit unverminderter Lautstärke nochmal das selbe zu fragen.

Diskretion - Fehlanzeige.

Also entschied ich mich ihn abzulenken, indem ich vorgab einen Spülschwamm zu suchen. In der Hoffnung, dass er ganz gentlemanlike diesen für mich holen würde, und ich diese Zeit nutzen könnte um ungestört weiter zu suchen. Vielleicht hätte ich mir etwas einfacheres aussuchen sollen, denn nun eilten wir zusammen von einer Ecke zur anderen, und spielten Aktivity. Mit Händen, und Füssen, und beide mittlerweile in der gleichen Lautstärke. Nach mehrmaliger Durchquerung des Supermarktes, ich immer das Radar auf das feuchte WC Papier, er mit einer unheimlichen Verbissheit darauf aus meine Aufgabe zu lösen, hatten wir beide das Gesuchte gefunden.

Beim Verlassen des Marktes, beglückwünschte ich mich innerlich für mein spontanes Ablenkungsmanöver, denn allein der Gedanke daran mein wahres Anliegen im vollen Supermarkt pantomimisch darzubringen, trieb mir den Schweiß auf die Stirn.

Und diesen konnte ich mir dann mit meinen Tüchern von der Stirn wischen. Mit meinen eben gekauften Abschminktüchern.

Also Freundlichkeit ist ja super, aber kaufen man sich im wahrsten Sinne des Wortes auch nichts darum.


Und irgendwie beschlich uns mittlerweile der Gedanke, alt geworden zu sein. Oder bequemer. Oder pingeliger.
Jedes Jahr werden mehr Dinge in den Wohnwagen gepackt die unabdingbar sind. Allein die Kosmetiktasche hat mittlerweile Ausmaße eines Notarztkoffers, und beinhaltet von Erste Hilfe bis zur letzten Ölung alles.


Also gut wird sind alt. Wir sind bequem. Wir sind pingelig. Und deshalb wollten wir jetzt auch den besten Campingplatz.
Um genau zu sein. The Best of the Best.
Mit allem was das Herz begehrt, und man eigentlich nicht braucht.
Also ab in den Norden von Italien.

Wir parkten also unseren alten Wohnwagen, in kürzester Zeit stand das Vorzelt, der Tisch und die Sessel, und wir genehmigten uns ein Bier. Und als wir so unseren Blick schweifen ließen,  von einem luxuriösen Wohnmobil oder Wohnwagen zum nächsten, und all die Sachen sahen, die diese Camper dabei hatten, wussten wir,  wir haben die richtige Entscheidung getroffen.


Wir fanden uns inmitten von deutscher Gründlichkeit.
Ihre Stellplätze bis fast auf den letzen Zentimeter ausgelegt mit Planen, damit ja kein Stück Natur mehr zu sehen ist. Im Vorzelt stehen Kästen, Kühlschränke, Kaffee- und Espressomaschinen, Induktionsherde und sogar eigene Abwaschbecken. Vor dem Vorzelt sind noch Sonnensegel gespannt, und die ganz gründlichen haben sogar ein eigenes Küchenzelt aufgestellt.

Bei den Wohnmobilbesitzern geht der Trend eindeutig zu groß, größer, am größten. Hatte man noch vor Jahren Fahrräder oder Motorroller mit,  rollen jetzt Autos aus den Heckklappen.
Oder Golfmobile.
Zugegeben sie sind ja auch viel bequemer, und erleichtern dem radfahrfaulen Besitzer den Weg zur Toilette, und gleichzeitig kann man den Abwasch, oder Müll bequem transportieren.

Und würde ich jetzt wieder den Hotelvergleich hernehmen, dann würde ich sagen, wir sind im Hilton, campen aber im Garten.

Und wir  fühlen uns jetzt wieder herrlich jung. So richtige Revoluzzer.
Hippies inmitten von Spießbürgern.

In diesem Sinne
Peace bald


Donnerstag, 25.06.2015, 09:26

Nachdem wir also beschlossen hatten, wieder auf das Festland zu fahren, standen wir vor der Entscheidung, links oder rechts. Also Richtung Neapel, oder Richtung Bari.

Die Autobahn Richtung Neapel wurde in unserem Reiseführer ja als landschaftlich sehr reizvoll beschrieben, wovon wir uns auch bei der Herfahrt selbst überzeugen konnten. Leicht hügelig, Olivenbäume und Weinstöcke soweit das Auge reicht, und anstatt des springenden Hirschen von rechts ist auf den Gefahrenzeichen eine Kuh abgebildet. Allerdings nicht springend. Obwohl mich selbst eine springende Kuh hier nicht verwundert hätte. Die erste, und auch einzige Kuhherde, erblickten wir zur Mittagszeit. Und da selbst die Kühe hier Siesta halten, werden wir nie erfahren, ob sie die Autobahn auch besuchen, was ohne den Weidezaun durchaus möglich gewesen wäre.

Weiters bot die Strecke hier ein weiteres Highlight, man "durfte" sie zweimal wegen Baustellen verlassen, und so kamen wir in den Genuss von noch viel mehr landschaftlichen Reizen. Über Berg und Tal, durch kleine Ortschaften, und noch kleineren Strassen. Allerdings können wir uns nicht mehr daran erinnern, weil wir erstens, ständig auf der Suche nach den Umleitungsschildern waren, und zweitens, uns die Angst im Nacken saß irgendwo mitten in der Pampa mit dem Wohnwagengespann in einer dieser engen Strassen stecken zu bleiben.


Die Lösung, ob die Kühe wirklich die Autobahn queren, und die fehlende Erinnerung an etliche Strassenkilometer würden also durchaus für links sprechen. Meinem Mann waren aber die fehlende Erinnerung, als auch die Kühe ziemlich egal. Und da ja wahre Abenteurer immer auf der Suche nach Neuem sind, entschieden wir uns für rechts. Viele Kilometer unbekanntes Terrain. Und im Nachhinein betrachtet hätte das auch so bleiben können. Bis auf das lachende Pferd, das uns bei der Zufahrt zum Campingplatz begrüßte, gab es nichts besonderes.Also ich kann nur sagen, links wäre es spannender gewesen.

Und landschaftlich reizvoller ;-)

Wir kamen also gut in der Nähe von Brindisi an, um gleich darauf festzustellen, hier gefällts uns nicht.

Weder der Campingplatz, noch die Umgebung.

Also weiter rauf, Richtung Rimini.

Auf einem Campingplatz in Riccione ließen wir uns nieder, und schworen uns, hier nichts zu tun, nur relaxen, essen, schlafen, (und ich noch mehr essen), einfach herrlich.

Die Herrlichkeit hielt genau einen Tag, bis der Herr des Hauses, und in genau diesem Moment fragte ich mich warum Herrlichkeit, Herrlichkeit heisst, die wunderbare Idee hatte sich ein Rad zu leihen.

Für all jene, denen es bis jetzt entgangen ist, ich hasse Sport.

Oder anders ausgedrückt, während mein Mann eine Sportskanone ist, bin ich sowas wie eine Platzpatrone. Laut, allerdings bevor die sportliche Betätigung erfolgt, und dann nur mehr heiße Luft.

Aber, weil ich erstens aus jahrelanger Erfahrung wusste, dass mir mein Sudern sowie nichts nutzen würde, und zweitens, weil ich mir meine Luft lieber für später sparen wollte, willigte ich zur Überraschung von meinem Liebsten sofort ein.

Die Räder beim Radverleih waren nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber da wir nicht vorhatten beim Giro mitzufahren, nahmen wir die Zwei, die uns noch am vertrauenswürdigsten erschienen. Zwei unschlagbare Argumente sprachen für unsere Auswahl.. Die Reifen hatten Luft, und die Bremsen funktionierten.

Was will man mehr. Dachten wir.

Nach ein paar Kilometern, in denen wir uns bewegten wie auf einem Kinderkarussell, nicht nur geschwindigkeitsmässig, sondern in einem ständigem Auf und Ab, wussten wir, es hätte da noch was gegeben, auf das wir hätten achten sollten. Den Sattel.

Unsere Sättel, verantwortlich für unsere hutschende Fortbewegungsart, waren nämlich kippbar, und das praktischereise ohne etwas aufzuschrauben. Bei jedem Tritt in die Pedale, oder einer Bodenwelle automatisch nach hinten, nur nach vorne klappte es nicht automatisch, da musste man dann manuell ran. Irgendwie fand ich plötzlich Spass an dieser Ausfahrt, zumal mein Mann diesmal meinen Part übernommen hatte, und murrte, knurrte und zischte.

Die Frage mitten auf einer Kreuzung, ob ich denn einen 13er Schlüssel mithätte tat ihr übriges dazu.
Leider musste ich verneinen, ausnahmsweise, gerade heute, hatte ich ihn zu Hause vergessen.

Und weil ich zusätzlich noch behauptete, dass mein Sattel genauso leicht kippt wie seiner, bekam ich sein Rad, zum Testen. Wie grosszügig.

Jetzt sahen wir beide etwas eigenartig aus, mein Mann als würde er auf einem Einrad fahren, beide Knie nach aussen, wackelte er durch die Straßen. Nur die Melone fehlte noch. Und ich wetzte auf meinem Sattel, weil meine Füsse zu kurz waren. Die Höhenverstellung klappte leider nicht automatisch, hier käme jetzt wieder der 13er Schlüssel ins Spiel...

Also wollte die Sportskanone auf schnellstem Weg heim. Was übersetzt heisst. Wir fuhren gegen Einbahnstrassen, nahmen Kreisverkehre frontal, befuhren Gehwege, und rote Ampel wurden grundsätzlich nicht beachtet.

Ich fuhr schwitzend, ob dieser vielen strafbaren Handlungen hinter ihm her. Und meine leisen Einwürfe von wegen Strafe, Polizei, Gefängnis, Führerscheinentzug, verlassten meinen Mann nur zu einem lapidaren Kommentar:"Scheiss di net au, wir san in Italien!"

Mein Gott passt dieser Mann sich schnell an.


Montag, 15.06.2015, 07:54

 

Der Beginn unserer Reise war kalt, sehr kalt. Um genau zu sein, in der Nacht hatte es 8 Grad und es regnete. Der perfekte Auftakt für einen Sommerurlaub.

Aber wir waren ja noch in Österreich, also bestand ja noch Hoffnung auf Wetterbesserung.

Die Temperatur wurde auch besser, und pendelte sich so um die 22 Grad ein, die Regenwolken hatten sich aber anscheinend auf unsere Fersen geheftet.

Unser 1. Ziel war Neapel. Schon allein die Stadtautobahn ist hier eine Herausforderung. Hektisch, laut, und Verkehrsregeln?,bitte, was ist das. Nach einem Fastcrash mit einem Auto, ich wartete nur mehr auf das Knirschen von Metall, war mein Adrealinspiegel in etwa in der Höhe der Hochwasser führenden Donau. Mein Mann aber relativ entspannt, meinte nur, dass man hier nur mitziehen muss. Ich für meinen Teil schloss für den Rest dieses Abschnittes einfach meine Augen.

Meint man nun, es gibt keine Steigerung mehr, dann empfielt sich ein Besuch der Innenstadt.

Noch lauter, noch hektischer, und Ampeln und Verkehrszeichen sind, wie es auch in unserem Reiseführer steht, nur mehr gut gemeinte Vorschläge. Die Neapolitaner (keine Ahnung wie man die Bewohner dieser Stadt sonst nennt) müssen von klein auf, auf ein riesiges Lungenvolumen (um dem Vorder-, Hinter-, oder Nebenmann lautstark ihre Sicht der Dinge zu erklären), eine starke Schlaghand (wird benötigt um fast im Sekundentakt die Hupe zu malträtieren), und einen Bleifuss (der erklärt sich von selbst) hintrainiert werden.

Weiters muss der Neapolitaner immun gegen Salmonellen und Co. sein, sonst wäre diese Stadt schon längst ausgestorben. Auf allen Märkten, liegen Fische, Muscheln, und Hühner, in der Sonne. Auch nachmittags noch, wir habens überprüft. Jeder Österreichische Lebensmittelkontrollor würde in Ohnmacht fallen.

Von den Müllhalden in der Stadt wollen wir jetzt gar nicht reden.

Allem in allem, Neapel ist sehr speziell, aber nochmal müssen wir nicht hin. Aber zumindest schien an diesem Tag die Sonne.

Nächste Station war  ein Campingplatz,  ca. 50 km vom Hafen entfernt, und nur als Übernachtungsziel ausgewählt.

Am nächsten Morgen gings weiter zu Fähre Richtung Sizilien. Und hier wurden wir überrascht. Positiv.

Gut beschildert, ohne Hektik,  und freundliche Hafenmitarbeiter.  

Und nach 20 min waren wir auch schon auf der Insel.

Den ersten Campingplatz den wir ansteuerten, verließen wir gleich wieder. Die Zufahrt glich einer Baustelle, die Sanitäranlage entpuppte sich als solche, und es gab auch keine Einkaufsmöglichkeit.

Also ein paar Kilometer weiter. Laut Campingführer, besser, grösser, und mit Markt.

Leider hatten die vergessen die tolle Zufahrt zu erwähnen. Denn von nun an gings bergab. Ziemlich steil, und genau in der Kurve verengt sich die Zufahrt auf einen Fahrstreifen. Eine Meisterleistung der Baukunst. Aber wie heisst es so schön, runter kommen alle. Und beim Wegfahren kann man nur hoffen, das von oben keiner kommt.

Also der Campingplatz war grösser, ob besser darüber lässt sich streiten, und einen Markt gibt es in der Vorsaison auch nicht.

Also machten wir uns mal auf die Suche nach einem Supermarkt, und weil der Tag noch jung war, statteten wir Taormina, einer Touristenhochburg nahe des Ätna's gleich einen Besuch ab.

Und weil unser Freund der Regen die gleiche Idee hat, kamen wir zu einem neuen Regenschirm.

Also nur Kurzbesuch, und bei der Heimfahrt versuchten wir einen Supermarkt zu finden, leider sind die hier scheuer als Rehe.

Also nächster Tag,  nächster Versuch. Mit Taormina und dem Supermarkt.

Taormina ist ein wunderschönes Städtchen,  man hat einen tollen Blick auf den Vulkan, leider hat sich das rumgesprochen, und tausende von Touristen bevölkern die Stadt. Nach einer kleinen Wanderung abseits des Trubels, nahmen wir die Mission Supermarkt in Angriff. Und siehe da, es gibt sie. Man muss nur wissen wo.

Am nächsten Tag, wieder nicht geweckt von der Sonne, sondern von dunklen Wolken, versuchten wir trotzdem unser Glück. Wir wollten auf den Ätna. Auf 2000m angekommen hatte es unfreundliche 8 Grad, es nieselte, und Nebelschwaden hüllten den Berg ein. Also keine Chance auf einen Aufstieg.

Deshalb fuhren wir einen Teil der Strasse rund um den Berg, und dann wieder auf den Campinplatz.

Wobei sich das jetzt alles so einfach anhört. Denn die Sizilianer dürften mit den Neopolitanern verwandt sein, zumindest was den Fahrstil angeht. Zusätzlich kommen noch die Strassen dazu, die ausser auf den Autobahnen heillos verstopft sind. Wie hier die Schnellstraße zu ihrem Namen gekommen ist, bleibt mir für ewig ein Rätsel. Die Autos parken teilweise so, das nur ein Fahrstreifen freibleibt, Fußgänger links und rechts, und die Lenker einspuriger Fahrzeuge, haben blindes Vertrauen in alle anderen Verkehrsteilnehmer,  und das im wahrsten Sinn des Wortes. Die riskieren nicht mal einen kleinen Blick bevor sie sich einreihen. Bleibt man an einer Kreuzung zu lange stehen, dann beginnt die Schlaghand unruhig zu werden, und in Sekundenbruchteilen bekommt man akkustische Unterstützung. Kurz und bündig. Der Schwächere verliert.

Wir sind also durch die Schnellstrasse in den Genuss einiger Städtchen und Dörfer gekommen. Die alle so aufgebaut sind. Strand,  Häuserfront links, Strasse, Häuserfront rechts, und dann die Bahn und die Autobahn.

Keinen Ortskern. Keinen schönen Häuser, und die Strände, na ich schreibs mal so, berühmt werden sie dafür nicht.

Sizilien hat ganz sicher mehr zu bieten, als wir jetzt gesehen haben. Vor allen die Natur im Inselinneren würde uns reizen. Aber nicht mit dem Wohnwagen, nicht bei diesen Strassen, denn hier gibts dann nicht mal mehr eine Schnellstrasse.

Leid tuts uns aber vor allem um den Ätna. Leider sagt der Wetterbericht aber auch für die nächsten Tage nicht wirklich besser an, und hier rumsitzen und warten, dafür haben wir zuwenig Urlaub.

Also werden wir wieder aufs Festland fahren, denn hier gibts noch einige Orte die uns interessieren.


Freitag, 17.01.2014, 10:40


Ich verrate euch jetzt mal ein Geheimnis.
Eigentlich ist es ja Top Secret.
Und die Föderation der Planeten ist jetzt sicher sauer auf mich. Aber ich bin da auf der sicheren Seite, weil die gründen sich erst im Jahr 2200.

Ich kenne Captain Kirk, und Commander Spock.

„Na und“ , werdet ihr jetzt denken,“ wer kennt die denn nicht?“

Ja, aber ich kenn sie persönlich. In echt. Nicht nur in Farbe. Oder 3D.

Die beiden sind mittlerweile echte Mostviertler, und weil sie bei meiner Freundin zur Untermiete wohnen, seh ich sie mindestens einmal in der Woche.

Ich habe keine Ahnung was die zwei hierher verschlagen hat.
Hat es irgendwo einen Datenknoten gegeben? Sind wir in einem Paralelluniversum? Hatte der Wrap Antrieb eine Fehlzündung und schickte sie in die Vergangenheit.? Was ist mit dem Rest der Mannschaft passiert? Wo ist das Raumschiff? Man weiß es nicht, und wird es auch nie wissen, dann darüber schweigen sich die beiden aus.

Ansonsten sind die zwei freundlich, und charmant. Der Captain freut sich immer wenn ich auf einen Plausch vorbeikomme. Und sogar Mr.Spock, typisch Vulkanier, bekannt für ihre Emotionalitätsabkehr, also von Natur aus etwas kühler, lässt sich manchmal herab um ein bisschen mit mir zu kuscheln.

Aber, man darf nicht vergessen, die beiden sind Stars. Und Männer. Also männliche Stars. Oder starrsinnige Männer. Na ja auf jeden Fall sind sie verwöhnt. Mithilfe im Haushalt? Fehlanzeige. Von halbe halbe ganz zu schweigen.

Vielleicht liegts aber auch daran, dass sie aus der Zukunft kommen. Obwohl das stimmt mich jetzt für die kommenden Generationen bedenklich.

Auf jeden Fall wünschen die beiden Vollpension, Zimmerservice rund um die Uhr, und einen eigenen Butler.

Im Hochsommer vorigen Jahres, und der Hochsommer ist für diese Geschichte ein essentieller Punkt, sollte ich erstmals für eine Woche allein all diese Aufgaben übernehmen, da meine Freundin in den Urlaub fuhr.

Mit der männlichen Psyche hinlänglich vertraut, befinden sich doch auch in meinem Haushalt vier solche Exemplare, die zwar keine Stars sind, aber ab und zu mit solchen Allüren aufwarten, stellte diese Aufgabe wahrlich keine große Herausforderung an mich.

Dachte ich.

Am ersten Tag schritt ich mit genauen Instruktionen und Koordinaten bezüglich der Mahlzeiten zu meiner ersten Amtshandlung.

Schon beim Aufsperren der Tür, begrüßte mich ein gut gelaunter Captain mit den Worten:“ Frau Wau Wau, hmmmm lecker.“ Klingt jetzt ein bisschen komisch, aber er ist der deutschen Sprache nicht so gut mächtig. Das“ Frau Wau Wau“ ist sein Spitzname für mich, da ich bei den meisten meiner Besuchen meinen Hund mithabe, und der so ganz ohne Respekt vor dem Captain, diesen immer anbellt.
Und „hmmm lecker“, ist keine sexistische Bemerkung, sondern bezieht sich schlicht und ergreifend auf die diversen Leckereien die ich immer dabei habe.

Da von Mr. Spock weit und breit nichts zu sehen war, begann ich mal den Captain zu versorgen. Nach dem Essen wünschte er noch eine kleine Massage, und ein bisschen plaudern, dann war er auch schon glücklich.

In der Zwischenzeit hat sich auch schon der Commander zu uns gesellt. Die spitzen Ohren ganz aufgestellt, beobachtete er uns mit einigem Sicherheitsabstand skeptisch. Ich begrüßte ihn erfreut, was zur Folge hatte, dass er den Abstand erweiterte. Er ließ mal wieder den Vulkanier raushängen. Obwohl ich nie verstehen werde warum gerade Vulkanier kühl sind. Mit Vulkan verbinde ich Hitze, Lava, Feuer. Aber na gut, vielleicht brodelt es ja in seinem inneren und Vulkane brechen ja auch nicht jeden Tag aus.

Ich machte ihm sein Essen und er kam.

Kuscheln- nein. Essen- ja. Sofort. Gleich. Immer.

Nur nicht zuviele Emotionen zeigen, man könnte sie ja noch wo anders brauchen.

Wo war jetzt nochmal gleich der Unterschied zwischen den meisten männlichen Erdlingen und den Vulkaniern?

Ich war gerade auf dem Weg zur Tür als der erste Angriff mich völlig unvorbereitet traf.

Commander Spock fiel mir in den Rücken. Wortwörtlich. Nicht nur im übertragenen Sinn. Nach einem kurzen Kampf, konnte ich ihn abschütteln. Nun fing der Captain an mich zu umkreisten und schrie:„Ole, Ole Ole!“
Zuerst dachte ich er schreit „Oje, Oje Oje“, aber nach dem 50. Mal war ich mir dann ganz sicher, es war kein Mitleid, sondern ein Anfeuerungsruf an seinen Commander.

Der ließ sich auch nicht lange bitten, und konzentrierte sich nun auf meine Beine. Ich verfrachtete also den Captain ins nächste Zimmer und schrie:“ STOP!!!“ Das wirkt normalerweise immer.

Diesmal bekam ich die Antwort gesungen:“ …, in the name of love“. Oha, der Captain beliebt zu scherzen.

Hinter der verschlossenen Tür hörte ich ihn weiter laut lamentieren „Waun i net wü, dann wü i net!!“ Wirklich ein hervorragender Zeitpunkt um mir seinen Mostviertler Dialekt vorzustellen.

Ich hatte aber keine Zeit den Captain für seine Leistung zu loben, denn vor mir baute sich der Commander auf, bereit für seinen nächsten Angriff.

Nach einem kurzen aber heftigen Kampf, erreichte ich die rettende Tür, und flüchtete nach Hause.

Was war das denn? Sind den beiden beim Beamen einige Moleküle verrutscht. Sind sie gar nicht die für die sie sich ausgeben? Sind sie gar Klingonen? Und wenn sie Klingongen sind, wollen sie dann die Weltherrschaft?

Aber nicht kampflos. Nicht mit mir, meine Herren. Da habt ihr euch mit der falschen angelegt.

Am nächsten Tag, begann ich einiges an meiner Strategie zu ändern. Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.

Die da wären: Schianzug, Winterstiefel, Motorradhandschuhe, und Motorradhelm.

Die fragenden Blicke meines Mannes schweiften wie bei einem Tennisspiel zwischen Fenster, und meiner Ausrüstung hin und her.

Ja, wahre Helden habens schwer. Noch bevor er den Mund aufmachen konnte rief ich:“ Ich geh dann mal die Welt retten!“

So angezogen, nur ohne den Helm am Kopf , denn wahre Helden tragen den Helm unter ihrem Arm bis kurz vor dem Showdown, sonst würde man die entschlossene Miene und das wehende Haar ja nicht sehen.
Und gaaanz wichtig sie bewegen sich in Zeitlupe. Was sich bei mir übrigens von selbst ergeben hat. Probiert mal, bei über 30 Grad im Schatten in dieser Montur, euch schnell zu bewegen. Die wehenden Haare waren allerdings ein Problem, denn es war windstill, und mein Mann weigerte sich hartnäckig mit dem Ventilator neben mir herzugehen.

Na gut wir sind hier nicht in Hollywood, und meine Name ist nicht Bruce Willis. Und ich will auch nicht langsam sterben.
Also musste ich kleine Abstriche zur Kenntnis nehmen.

So schritt ich also unsere Straße entlang. Wie ein echter Weltenretter, langsam, entschlossen, nur ohne wehendes Haar.

Die Nachbarn schauten ebenso zweifelnd wie mein Mann. Aber ich hatte keine Zeit Erklärungen abzugeben. Ich musste mich auf meine Mission vorbereiten.

Kurz vor dem Ziel setzte ich entschlossen den Helm auf, und machte mich bereit.

Der Captain begrüßte mich mit den selben Worten, der Commander schaute skeptisch, und als ich wieder gehen wollte. Na eh schon wissen… Und täglich grüßt das Murmeltier.

In den folgenden Tagen, wurden die Zuschauer schon mehr, manche wünschten mir lächelnd „viel Glück“, manche klopften mir auf die Schulter.

Als ich nach dieser Woche meiner braungebrannten, gut erholten Freundin den Schlüssel brachte, schaute sie fragend auf meine Kampfspuren. Ich wollte gerade anfangen zu erzählen, da kam Mr. Spock der Kater, strich um meine Beine, hüpfte auf meinen Schoss und schnurrte.

Captain Kirk, der Papagei, ließ sich auf meiner Schulter nieder, und krächzte: „Guten Abend, Gut Nacht…“

War das eine Drohung? Ein Versprechen?

Egal. Auf mich könnt ihr zählen. Ich werde da sein, um die Welt zu retten.


Mittwoch, 18.12.2013, 11:20


Irgendwas war dieses Mal anders. Ich hatte keine Lust.

Keinerlei Verlangen.

Ich wollte nicht mehrere Locations abklappern, mit schummriger Beleuchtung, und mit fragwürdiger Musik, um nach dem Richtigen zu suchen.

Aber darauf zu warten, dass Mr.Right vor der Tür steht, war auch keine Lösung.

Und heisst es nicht, der Appetit kommt beim Essen?

Und heisst es nicht auch, der frühe Vogel fängt den Wurm?

Ich wusste früher oder später würde mein Vogel Appetit bekommen. Und dann, dann wollte ich den besten Wurm von allen.

Also jetzt, oder nie.

Ich hatte gerade mein Brainstorming mit mir abgeschlossen, und vor meinem geistigen Auge begann sich gerade sowas wie die steirische Eiche zu visualisieren. Abgelenkt von diesem etwas übergrossen Brett vor meinem Kopf, entging mir ein wesentliches Detail.

Mein Mann machte sich gerade bereit mich zu begleiten.

Alles Bitten und Flehen ihn von seinem Vorhaben abzubringen, schlug fehl. Diesmal ließ er sich von nichts und niemanden davon abbringen, mir bei der Suche zu helfen. Denn schließlich, so behauptete er, müsse ja auch er mit ihm auskommen, wenn mein Objekt der Begierde einige Tage bei uns einzieht.

Meine Argumente, dass hauptsächlich ich mit ihm Zeit verbringe, ich ihm zu Essen und Trinken gebe, also ich dafür zuständig bin, ihn bei Laune zu halten, wurden abgeschmettert.

Und zwar mit einem Gegenargument, dass nicht von der Hand zu weisen war. Meine Fehlgriffe. Meinen Hang zu Mogelpackungen.

Einmal war es ein Toupetträger, der uns nach einigen Tagen mit seinen nackten Stellen überraschte, ein anderes Mal war es einer der uns bei seiner vollständigen Entfaltung zeigte, dass ihm etwas Grundlegendes fehlte. Und das letzte Mal, als ich mir sicher war, den absoluten Jackpot geknackt zu haben, musste ich feststellen, dass er etwas zu überdimensioniert war. Was die ganze Sache auch nicht gerade vereinfachte.

Mein kleiner Einwand, dass die Suche zu zweit sicher nicht einfacher wird, weil wir einen absolut konträren Geschmack haben, wurde mit den Worten " Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten" übergangen.

Eine der dämlichsten Weisheiten die ich kenne.

Und nach dem dritten Standortwechsel, unzähligen Diskussionen, und Wortgefechten, fand ich sie noch dämlicher.

Der eine war zu groß, der andere zu klein. Der eine zu dick, der andere zu dünn. Der eine war zu alt, der andere zu jung.

Und dann noch die Frage, Österreicher oder Ausländer.

So viele Entscheidungen.

Plötzlich stand er dann vor uns. Ein stattlicher Österreicher, der uns beiden gefiel.

Und das Beste daran. Er verlässt uns nicht nach ein paar Tagen, und wir können uns immer wieder an ihm erfreuen.

Nach fifty shades of green. Endlich Mr. Right.

Ein lebender Christbaum.

Hallelujah!!!


Montag, 02.12.2013, 14:54

"Schatz wir miassen uns jetzt amoi was überleg'n wengan Familienweihnachtsbüld"
"Dir a an wunderschönen guten Morgen", brummte ich und verzog mich ins Bad.
Meine ohnehin nicht gerade berauschende Laune, an einem Montagmorgen um 6 Uhr, verabschiedete sich nun runter in den Eurotunnel Richtung Frankreich.
An sich hätten ja die Wörter " Familienweihnachtsbild" und " müssen" in einem Satz zusammen schon genügt um meine Laune zu senken.

Ich muss gar nix müssen!!! Und schon gar kein Familienweihnachtsbild.

Jeder der sich noch meine Story " Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte" erinnert, weiss wovon ich spreche.

Aber dieses Wörtchen " wir" gab mir den Rest.
Im Bezug auf kreative Ideen zum Bild gibt es nämlich kein "wir". Die einzige die sich jedes Jahr darüber Gedanken macht, bin einzig und allein ich.

Was ja nicht so schlimm wäre, wenn ich eine Familie hätte, die mit meinen Ideen konform geht.

Tut sie aber nicht.

Was nützt einem also das beste Drehbuch, wenn der Regisseur sich verzweifelt die Haare rauft, weil die Ideen zu gewagt, zu banal, zu kostenintensiv, oder schlicht und einfach nicht durchführbar sind.
Die übrigen Hauptdarsteller angesichts meiner Ideen mit sofortiger Vertragsauflösung drohen, und sogar mein Hund den Schwanz einzieht und versucht völlig unsichtbar zu sein.

Wenn ich also Kraft gehabt hätte ein sarkastisches Lachen zu erzeugen hätte ich davon Gebrauch gemacht. Aber wie schon erwähnt es war Montagmorgen 6 Uhr!

Diesen Mangel an Reaktion fasste mein Mann anscheinend als Zustimmung auf, denn es folgte ein erwartungsvolles:"Und...?"

" I bin nu net in Frankreich aukumma!", blaffte ich zurück.

"Wos mochst denn in Frankreich?"

Tja da gab es jetzt zwei Möglichkeiten, entweder ich stieg wie Phönix aus der Asche aus dem Zug, oder aber ich war der Lokführer und musste gleich wieder nach England.

Dies aber jetzt meinem Mann zu erklären, hätte vieler Worte bedurft.

Deshalb antwortete ich nur:" Wort'n das hell wird."

Etwas verwirrt, aber mit einem Lächeln verabschiedete er sich mit den Worten: "Na dann, au revoir, ma cherie."

Um meine Laune wenigstens etwas zu heben, schaltete ich das Radio ein. Und hörte..., na was wohl, ein Weihnachtslied.

Da kam mir eine Idee.

Vor etlichen Jahren behauptete ich mal, das beim Schreiben von Schlagertexten nichts dabei ist, und um den Beweis anzutreten schrieb ich ein Lied um.

Es blieb nicht bei diesem einem Lied. Statt Gedichten bei diversen Feiern, schreibe ich nun Liedtexte.

Jetzt blieb nur noch die Frage, wer singt.

Das Niveau meiner musikalischen Leistung pendelt sich in etwa der Höhe des Mariannengrabens ein, und wurde hörbar auch an meine Söhne weitergegeben.

Die väterliche Genetik, macht die Sache auch nicht gerade besser.

Und auch meine Schwiegertöchter sind mit ähnlichem Stimmvolumen ausgestattet.

Also blieb nur eines. Wir singen alle!

Sechs einzigartige Stimmen. Sechs unterschiedliche Stimmlagen.

Kelly Family 2.0 reloaded, nur mit schöneren Kleidern. Und lustiger.

Never change a winning Team.

Warum sollte das nicht auch mit einem Weihnachtslied klappen.

Ich suchte mir also eine Karaokeversion von einem Weihnachtlied, schrieb es um, und unterbreitete den Text meiner Familie.

Mittlerweile sind die Dreharbeiten abgeschlossen.
Der Regisseur hat noch alle Haare, die übrigen Hauptdarsteller zogen ihre Kündigung zurück, mein Hund verschlief alles.

Und ich, ich sag nur noch: "C'est la vie, et bonjour france!"


Montag, 18.11.2013, 12:19
Tja und dann..., wäre ein Handy gut gewesen, oder ein Mann wie Mac Gyver,der aus einem Stadtplan, einer Wasserflasche, und einem Fotoapparat ein Kommunikationsmittel hätte bauen können.

Weil mein Mann aber ein Handyverweigerer ist, und auch nicht Mac Gyver, war er verschwunden.

Mitten in Rom, genauer gesagt im Zentrum der katholischen Kirche. Im Vatikanischen Museum.

Es heisst ja immer kleine Sünden straft der Herr sofort. War das die Strafe Gottes für die Verweigerung meines Mannes die Sixtinische Kapelle ein zweites Mal zu besichtigen? Und wenn ja, was hat er mit ihm getan?

Denn am Museumsausgang bei der Wendeltreppe war er nicht. Und auch nicht vor dem Ausgang. Er war und blieb verschwunden.

Und weil ja auf eine Aktion immer eine Reaktion kommen muss, dachte Fr. Teilchen nach und rief dann nach einer Weile ganz im Wickiestil auf Mostviertlerisch:" I hob"s. Wir beten!"
Meine Söhne und Schwiegertöchter in spe reagierten aber nicht so ganz wie im Zeichentrickfilm. Also kein Ulme spielt die Lyra, kein Juhuu, kein ... na eben gar nix.
Sie schauten mich nur etwas komisch an und fühlten meine Stirn.

Auch meine Erklärung, von wegen Gottes Strafe -Aktion, Beten- Reaktion, konnte sie nicht umstimmen. Nach einer halben Stunde warten, in der ich sehr wohl gebetet habe, leise und in Gedanken, ohne diese Ungläubigen, kam ich dann zu dem Schluss: "Es hot nix brocht!"

Also andere Reaktion. Zurück zu der Securitymannschaft, die den Ausgang des Museums bewacht. Mit meiner Eintrittskarte und einem verzweifelten Lächeln bewaffnet, schritt ich ihnen entgegen, und erklärte auf Englisch meine Lage. Die Antwort die ich hier bekam stellte meine Geduld aber auf eine harte Probe:" No way!"

Ich meine was heißt das," no way!?". Wir befinden uns hier im Zentrum der katholischen Kirche, und Gott sagt doch es gibt immer einen Weg.

"Yes", sagte er, in seinem, zugegeben liebenswerten, gebrochenen Englisch mit italienischem Akzent, "Allora, you must wait. At 6 pm we close. And than your husband comes. I think so."

"Allora, he think so!? " Na super, sind ja eh nur mehr zwei Stunden bis zur Schliessung des Museeums. Tja also wenn beten nichts hilft, reden nichts hilft, dann muss ich schwerere Geschütze auffahren.

Also zurück zu meinen starken Männern und Frauen, und ihnen mein Unterfangen mitgeteilt. Ganz begeistert waren sie zwar nicht von meiner Idee, aber ich kann durchaus überzeugend sein, wenn ich ein Ziel verfolge.

Also alle Mann an die Waffen, äh Rucksäcke und hinter mir her. Meine Mannschaft postierte sich links und rechts neben dem Eingang, und ich bestieg zusätzlich noch eine Säule rechts vom Eingang um einen besseren Überblick zu haben. Und siehe da meine Taktik hatte Erfolg.

Man konnte den Gesichtern der Security entnehmen, dass sie nicht sehr erfreut waren über unsere Invasion. Sie fingen an hektisch miteinander zu kommunizieren. Nach ein paar Minuten drehte sich einer der Männer zu mir um uns sagte:" Excuse me Signora, you can't stand here."

Und ganz Obamalike sagte ich:" Oh yes, we can!"

Nachdem er sich erneut mit seinen Kollegen beriet, bediente er sein Walkie Talkie und sprach aufgeregt hinein.

Meine Mannschaft erwägte angesichts des aufgeregten Wachebeamten den Rückzug, und konnte nur schwer davon überzeugt werden, dass sich auf italienisch alles viel dramatischer anhört.

Wir werden hier die Stellung halten, bis einer von uns wieder hinein kann, um den Vermissten zu suchen. Kein Mann bleibt hier zurück!

Ich war noch mitten in meiner Rede als wir plötzlich umzingelt wurden. Weitere Security, und sogar die Polizei gesellte sich zu uns.

Im Normalfall wäre ich ja über Unterstützung dankbar gewesen, etwas zu denken gaben mir allerdings die Waffen. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, das die nicht auf unserer Seite waren, auch wenn sie ganz knapp bei uns standen. Sie hatten zwar die Waffen nicht gezogen, aber die Hand lag griffbereit darauf.

In ihren Gesichtern war Entschlossenheit, wenn auch ihre Augen einen Funken Angst verrieten.
Bei uns war es umgekehrt. Was mich etwas verwirrte. Nicht das es bei uns umgekehrt war, sondern das sie überhaupt Angst hatten. Vor was, oder wem, oder wieso???

Alle begannen gleichzeitig zu sprechen, oder vielmehr zu schreien. Die Menschentraube rund um uns wurde immer mehr, was nicht gerade zur Beruhigung der bewaffneten Garde beitrug. Und nebenbei bemerkt, zu unserer auch nicht. Nach unendlich langen Wortgefechten in gebrochenem Englisch konnte ich endlich unser Anliegen erklären, und die Lage entspannte sich. Die Polizisten nahmen die Hand von der Waffe, die Securitymänner vom Walkie Talkie, und ich nahm mir eine Zigarette.

Während der Beruhigungszigarette erfuhren wir auch den Grund für ihren Großeinsatz.
Es war nämlich der 11.September, also Terroralarm.
Ich konnte ihnen versichern, dass wir keine Terroristen sind. Nachdem ich ihnen sogar anbot unsere Rucksäcke zu durchsuchen, wurden wir mit vier Mann hoch zu einem Privataufzug geführt, und bestens bewacht konnten wir meinen vermissten Mann suchen.

Nicht das wir ihn gefunden hätten, aber die Sonderführung war auch nicht schlecht.

Wahrscheinlich rätseln heute noch viele, welche Promis das gewesen sind.

Ach so ja, ganz nebenbei, mein Mann war im Petersdom.
Wie er dort hinkam?

Das weiss nur Gott alleine.

Was er dort gemacht hat?

Wahrscheinlich gebetet, denn schliesslich ist er nicht Mac Gyver.


Montag, 14.05.2012, 09:06
Mit dieser Synchronität könnten sie glatt bei den Olympischen Spielen beim Kunstschwimmen mitmachen. Das wär‘ mir in diesem Augenblick auch lieber, weil dann ihre gleichschwingenden Köpfe, die ausschauen als wären sie Wackeldackel bei der Ralley Paris-Dakar, unter Wasser wären. Und unter Wasser würd‘ ich nämlich erstens die absolut überflüssigen Kommentare nicht hören, und zweitens das gemeine Grinsen nicht sehen.

Da ich aber weder mit Kunstschwimmern mein Leben teile, noch Wasser in Sicht ist, bleibt mir beides nicht erspart.
Und überhaupt und sowieso, bin ich ja an der ganzen Situation selber schuld. Beziehungsweise mein koronaler Massenauswurf.

Was aber jetzt innerfamiliär nichts mit der Sonneneruption bei der Plasma ausgestoßen wird, zu tun hat. Sondern vielmehr damit, dass manche Äußerungen, oder auch lange Monologe meinerseits mit diesem speziellen Ausdruck betitelt werden. Also auf außerfamiliär übersetzt heißt das, dass ich entweder lange geredet habe ohne irgendetwas Wichtiges zu sagen (das sind die großen koronalen Massenauswürfe) oder dass meine Klappe mal wieder schneller war als mein Hirn ( das sind dann die kleinen koronalen Massenauswürfe). Beides hält sich in etwa die Waage. Diesmal haben wir es jedoch mit einem kleinen zu tun.

Mein Jüngster kündigte an, dass er dieses Jahr im September einen Marathon laufen wird. Nun ist zwar meine ganze Familie, außer meiner Wenigkeit, sportlich, aber Marathon läuft außer meinem Mann keiner. Meine Jungs beschränken sind auf Fussball, Rennradfahren, Volleyball, usw.. Lauftraining ist mehr notwendiges Übel als Freude, und alles was über 10 km geht, never ever.

Und jetzt nahm das Unglück, im wahrsten Sinn des Wortes seinen Lauf.

Ich hörte mich sagen:“ Wenn du an Marathon rennst, dann kannst mi glei zum Halbmarathon anmelden.“

Ja, und da war er wieder. Der kleine koronale Massenauswurf.

Die Wette wurde mit der bereits oben erwähnten Begeisterung aufgenommen, und alle Details ausgearbeitet.

Kurz wiegte ich mich noch in Sicherheit. Man kennt doch seine Pappenheimer. Marathon und mein Junior? Niemals.

Doch schon am gleichen Tag begann er seine Laufschuhe zu schnüren, und lief und lief und lief. Zur Sicherheit gab ich ihm einen Monat Vorsprung, hätte ja sein können, dass ihn sein Ehrgeiz verlässt. Aber nein, der wurde immer größer. Eine Aura aus Ehrgeiz, Wille, und Stolz umhüllte ihn, und wurde immer größer. Und jeden Tag kam die Frage:“ Nau, wos is?“

Nun kann man ja nicht mit Laufschuhen laufen, die schon die besten Jahre hinter sich haben, und schon gar nicht ohne Laufdress. Wenn ich schon nicht schnell bin, dann will ich wenigstens so aussehen. Und außerdem brauch ich auch eine Pulsuhr, und eine App am Handy die mir die gelaufenen Kilometer anzeigt, und die Höhenmeter und überhaupt und sowieso. Ich hätte mir ja mit diesen Besorgungen noch laaange Zeit gelassen. Aber noch am gleichen Tag wurde der Einkaufsmarathon gestartet( so schnell möchte ich meinen Mann mal springen sehen, wenn ich sage, ich brauch neue Schuhe).

Und noch am gleichen Abend durfte ich alle meine Schätze gleich auszuprobieren. Mit Trainer. Eh klar. Jede Woche ein anderer. Das war meine Bedingung.

Verkabelt als wäre ich ein Leibwächter von Obama, und topmodisch ausgestattet begann, ich im wahrsten Sinne des Wortes, mein Marathonprogramm.

Schon nach ein paar Hundert Meter begann sich meine Pulsuhr zu melden. Und die Diskussion zwischen meinem Mann ( er hatte das Vergnügen Trainer Nr. 1 zu sein) und mir, über die meiner Meinung nach viel zu niedrige eingestellte Pulsfrequenz trug nur dazu bei, dass dieses Ding noch mehr piepste. Der Puls stieg immer mehr, und das hatte nur mehr am Rande mit meiner sportlichen Betätigung zu tun.

„ I tat jetzt ruhig sei. Du brauchst dei‘ Luft zum Lauf’n“. Mit diesen Worten glaubte mein Mann, wäre die Diskussion erledigt.

In diesem Moment wurde mir klar warum Sport nichts für mich ist. Man hat keine Luft mehr zum Reden.

Der Berg, den mein Mann als kleinen Hügel bezeichnete, tat sein übriges dazu. Also japste ich neben meinem Mann her, das Piepsen war schon fast ein Dauerton, und keuchte:“ I explodier‘ glei!!!“

„Dann sei ruhig und renn‘ langsamer!“

„Beides nicht möglich!“ gab ich zurück. Denn ersteres, na eh scho wissen, und zweiteres, wenn ich noch langsamer gelaufen wäre, dann hätte mir sicher einer der Nachbarn einen Rollator zur Verfügung gestellt.

Also musste der Bombenentschärfungsdienst her. Gott sei dank hat die Pulsuhr kein rotes und blaues Kabel, sondern lässt sich schlicht und einfach entfernen. Und nachdem dieses schrecklich Geräusch weg war, beruhigte sich auch mein Puls. Vielleicht lag’s aber auch daran, dass wir nun bergab liefen.

Jetzt ist das leider bei mir so, dass obwohl ich keinen Sport betreibe, ich zu Übertreibung neige, wenn ich mich mal sportlich betätige. Und das betrifft sowohl die Strecke, als auch die Zeit. Von der kleinen Runde (4 km) wollte ich nichts hören, es musste die nächst größere sein (6,5km). Und die Zeit war eine große Enttäuschung. 52 Minuten.

Da mein Trainer Nr. 1 sich aber weigert das Tempo zu erhöhen, setzte ich voll auf meine anderen zwei. Und wurde zumindest bei meinem Erstgeborenen nicht enttäuscht. Ein Motivationsgenie wie kein anderer. Er lobte, forderte, und feuerte mich an. Aber hauptsächlich hörte ich folgendes:
„Wenn du nu reden kannst, dann hast a nu gnuag Luft dass du schneller rennst!“

Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob er nicht nur einfach wollte, dass ich meine Klappe halte. Is aber egal. Ich schaffte mit ihm an meiner Seite meine Traumzeit von 40 Minuten, und am Ende der Woche sogar 38 Minuten.

Trainer Nr. 3 war da ganz anders. Er lief neben mir, sprach nichts, und hatte einen eher mitleidigen Blick drauf. Wobei ich jetzt nicht weiß er ob sich selbst bemitleidete, oder mich. Und als ich einmal verlangte das er mich ein bisschen motivieren soll, so mitten im Berg, kam ein leises, von Augenrollen begleitetes:“ Hopp, Hopp!“

Und gerade als ich mich so richtig an das Laufen gewöhnt hatte (wobei ich jetzt nicht so weit gehen würde zu behaupten das es Spass machte), fiel ein Trainer nach dem anderen verletzungsbedingt aus, und das Projekt Marathon ins Wasser.

Natürlich könnte ich jetzt allein weiterlaufen. Die Frage ist nur. Warum sollte ich das tun?

Ein kleiner koronaler Massenauswurf , nachdem drei Trainer das Lauftraining mit mir nicht überstanden haben, muss jetzt noch sein.

„I AM THE CHAMPION“ und ganz leise hinzugefügt „I hab’s eh glei‘ g’wusst!“


Dienstag, 07.02.2012, 08:04


Jeder Besuch bei meinen Großeltern ist ein Heimkommen. Ein Heimkommen in meine Kindheit mit all meinen Sinnen.

Ich schmecke und rieche den besten Topfenstrudel, die leckersten Kekse, und den knusprigsten Schweinsbraten.

Ich höre den Namen „Zesschen“ (eine Abkürzung von Prinzesschen) mit dem mich sonst keiner ruft .

Ich sehe eine Küche die schon so alt ist wie ich, wo ich mich immer noch blind zurechtfinde, und die etliche Kratzer und Schrammen von meinen ungeschickten Kinderhänden hat.

Aber vor allem fühle ich. Liebe, Geborgenheit, und Glück.

Und der Kloß im Hals bei der Verabschiedung, wenn ich nur daran denke, dass es diesmal vielleicht das letzte Mal gewesen sein könnte, weicht schnell einem Lächeln wenn ich an die letzten Stunden zurückdenke. An meine Oma, keine Frau vieler Worte, sehr direkt, und immer ein Lied auf den Lippen. An meinen Opa, sein ansteckendes Lachen und immer einen Witz auf Lager. An die kleinen nicht ganz ernst gemeinten Wortgefechte zwischen ihnen, bei denen ich immer das Gefühl habe ich sitze in der Löwingerbühe, erste Reihe fussfrei, und die immer mit einem Busserl enden. An zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, und es trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb geschafft haben nicht nur ihre Ehe sondern vor allem ihre Liebe all die Jahre aufrecht zu erhalten.

Als sie nun vor drei Jahren genau am Valentinstag ihren 60. Hochzeitstag feierten, gab es natürlich ein großes Fest. Vor der Abfahrt ins Lokal fand sich die ganze Familie auf ein Glas Sekt bei meinen Großeltern ein. Plötzlich wurde das Stimmengewirr von Musik übertönt. Alle sahen sich verwundert an, denn keiner von uns hatte eine Musikkapelle gebeten zu spielen. Nur mein Opa lächelte schelmisch. Er bat uns alle hinaus, und während wir dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ lauschten kam die nächste Überraschung. Eine Kutsche wunderschön geschmückt gezogen von zwei Haflingern. Meine Oma stieg mit Tränen in den Augen ein, und konnte es gar nicht fassen. Wie oft hatte sie mir erzählt, dass sie so gerne mit einer Kutsche zu ihrer Hochzeit gefahren wäre. 60 Jahre später ging dieser Wunsch in Erfüllung, mein Opa hatte es nie vergessen.

Es wurde eine wunderschöne und lustige Feier, und beim Verabschieden spürte ich diesmal keinen Kloß, nein ich hatte ein Lächeln auf den Lippen.

Um 6 Uhr morgens kam dann der Anruf. Mein Opa hatte eine Gehirnblutung. Er lag 3 Wochen im künstlichen Tiefschlaf. Und als er daraus erwachte wussten wir, es wird nie mehr so sein wie früher. Er konnte nicht mehr sprechen, und ist ab dem Hals abwärts gelähmt. Lange Zeit wussten wir nicht mal ob er uns versteht.

Bis ich ihm ein Bild von der Feier zeigte, Oma und er in der Kutsche, zusammengekuschelt und glücklich.

Er sah mich an, eine Träne lief ihm über’s Gesicht, und ein ganz leises gehauchtes „Danke Zesschen“ kam über seine Lippen.